Meinung

USA und Venezuela – viel Lärm um viel?

Journalismus – Standards und Oberflächlichkeiten


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Journalismus – Standards und Oberflächlichkeiten

Ausgehend von Informationen zum fälligen enormen Schuldendienst der USA, wie sie unter anderem Lawrence Wilkerson vor wenigen Tagen betont hat, könnte dies der Hintergrund des Ganzen sein. Einen Zusammenbruch des US-Dollarsystems, zu dem vor allem auch der Euro-Raum gehört, kann niemand wollen, auch die BRICS-Staaten und deren Großakteure wie Russland, China und Indien nicht. Darin liegt strukturell das Weiter-so der EU im Ukraine-Krieg mit begründet. Das Weiter-so in US-Hegemonialmanier in Venezuela ist das Gegenstück dazu. Das Kriegsgeschrei da wie dort dient vor allem der eigenen Galerie, um die eigene Struktur zu stabilisieren. Zugleich wird diese Struktur zwar dadurch weiter geschwächt, doch sie implodiert nicht akut und unkontrolliert, sodass für den Westen und den Nicht-Westen zugleich Zeit gewonnen wird, sich auf die fortschreitende strukturelle Schwächung des bisherigen Westsystems mit jeweils eigenen Maßnahmen vorzubereiten – der US-Westen durch Fokussierung auf seinen direkteren Einflussbereich, der Nicht-Westen durch Konsolidierung seiner eigenen multipolaren Alternativstrukturen.

Es ist in diesem Sinne eine für den Westen und den Nicht-Westen nützliche Entwicklung. Konkret im Falle Venezuelas bedeutet dies beispielsweise:

Trump bedient die eigenen Falken und die “Phantasien der Finanzmärkte” beziehungsweise das US-Dollar-(Euro-)System mit der Galerieaktion gegen Maduro und der angekündigten Übernahme der Ölreserven – ohne einen echten Krieg gegen Venezuela loszutreten, für den den USA die Mittel fehlen (analog zu den fehlenden Mitteln der EU für einen Großkrieg gegen Russland). Die venezolanische Regierung bleibt bestehen und einigt sich mit den USA auf das, was die Maduro-Regierung der Trump-Regierung ohnehin schon “angeboten” hat. Bauernopfer und Prozessiererei Maduros sind für die US-Galerie, sodass deren Falken noch länger damit bedient werden und den Cowboy spielen können. Finanziell wird es sich für alle lohnen (müssen).

Politik mit Betrug und Verbrechen – und Realitätssinn?

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Das heißt, lohnend wird es auch für die Regierung Venezuelas. Ihr kann im Zuge der bereits angebotenen Einigung um deren schwarzes Gold und weitere Schätze mit den USA der Sanktionsdruck durch den Westen genommen werden. Ebenfalls für Maduro, der wie sein honduranischer Amtskollege und in den USA verurteilte “Drogenkriminelle” Juan Orlando Hernández von Trump begnadigt werden kann, wenn der Theaterdonner verzogen ist.

Hinter den Kulissen dieses Galeriestücks zum politischen Verkauf des Ganzen im Westen verständigen sich dann auch die USA, China und Russland auf die jeweiligen Interessen in Venezuela und Lateinamerika. Das ist dann ebenso in den jeweiligen Einflusszonen Chinas und Russlands möglich. Bei der Ukraine-Abwicklung gibt es bereits Stimmen in diese Richtung.

Die Demontage internationalen Rechts und internationaler Institutionen durch die USA und die EU, die beide mit ihrem Weiter-so strukturell zur akuten Selbststabilisierung und zum politischen Verkauf ans eigene Publikum betreiben (müssen), befördert umso mehr den Aufbau eines eigenen Rechts- und Institutionengefüges durch die BRICS und ihre Großakteure China, Russland und Indien – die keine eigenen alteingesessenen kolonial-imperialen Traditionen und Interessen wie der plutokratisch-oligarchische Westen bedienen müssen, sondern diesen selbst lange genug ausgesetzt waren, um sich nun wirksam gegen sie zu behaupten und zu wehren.

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